„Kleiner Garten – soviel drin“ – Tipps aus dem „kleinen Horrorgarten“

Liebe Gartenenthusiasten,

nun ist es endlich Sommer geworden und wir können den Garten in vollen Zügen genießen. Gerne sitze ich jetzt in einer schattigen Ecke in unserem kleinen Refugium um in Gartenbüchern zu stöbern. Diesmal habe mir das Buch „Kleiner Garten – soviel drin“ von Anja Klein vorgenommen. Ich bin wirklich beeindruckt, was die Autorin aus einem 40 m2 „großen“ Garten so gemacht hat. Nicht nur viel Obst und Gemüse hat sie angebaut, sondern der Garten ist auch schön anzusehen. Zur Erklärung: Die Gärtnerin hat in ihrem 700 m2 großen Schrebergarten genau 40 m2 eingezäunt, um zu zeigen, was auf so einer kleinen Fläche alles möglich ist. 

Bekannt wurde Anja Klein in den sozialen Medien und mit ihrem Blog „Der kleine Horrorgarten“.  Aber auch als Buchautorin und  in Fernseh-Gartensendungen  hat sie sich einen Namen gemacht. Ihr Ehemann Andreas steht ihr zur Seite und sorgt in Print- und Online-Medien für die passenden Fotos.

In zehn Module hat die Autorin ihrem kleinen Garten unterteilt, darunter ein Bohnen-Tipi, einen essbaren Zaun aus Beerensträuchern, aber auch ein Staudenbeet, eine wilde Ecke und ein Heidelbeerbeet. Schritt für Schritt zeigt sie uns, wie sie die leere Fläche in ein kleines Gartenparadies verwandelt hat.

Am Anfang steht bei Anja Klein immer die Planung. Mit einer maßstabgerechten Zeichnung bestimmt sie den Platzbedarf von Wegen und Beeten, berücksichtigt aber auch vorhandene Bäume. Damit nichts dem Zufall überlassen bleibt, empfiehlt die Autorin zunächst eine Bodenprobe. So kann der ph-Wert bestimmt, aber auch die Beschaffenheit des Bodens untersucht und verbessert werden. Sonnenblumen z.B. lockern verdichteten Boden auf. Selbst Rasenflächen können in fruchtbaren Boden umgewandelt werden. Übrigens, Anja Klein schwört auf Rahmen- und Hochbeete. Als essbaren Sichtschutz hat sie u.a. Flaschenkürbisse am Zaun herangezogen. Wie in mehreren Skizzen verdeutlicht, kann der Garten sowohl mit Sichtachsen wie auch mit runden Beeten gestaltet werden. Die Bedeutung von Wegen ist nicht zu unterschätzen.  Die Wahl des Belags  ist genauso wichtig wie die Festlegung der Größe. Das gleiche gilt für die Gartengrenzen. 

Noch eine Frage: Wisst ihr, was ein Dibbelbrett ist? Im Buch gibt‘s die Lösung. Ein Bohnentippi kannte ich auch noch nicht und bin von der Idee sehr angetan. Eine Anleitung für den Bau einer Kräuterschnecke ist genauso im Buch enthalten wie die Empfehlung einer wilden Ecke, die die Autorin für naturnahes Gärtnern als unverzichtbar hält. Gift kommt ihr nicht in den Garten und Krankheiten und Schädlinge werden nur mit selbst hergestellten Pflanzenschutzmitteln aus natürlichen Zutaten bekämpft. Dafür also benötigt sie die wilde Ecke.

Ein Garten ohne Hausbaum geht bei Anja Klein gar nicht und  Heidelbeeren gedeihen bei ihr am besten in einem Moorbeet. Zu Beerenobst an sich hat uns die Autorin wirklich so einiges zu sagen.

Aber nicht nur Tipps für den Nutzgarten hält die Autorin bereit.  Auch Stauden und einjährigen Sommerblumen hat sie ein eigenes Kapitel gewidmet. Schließlich soll es im Garten ja auch schön aussehen. Klassiker wie Rosen und Wicken legt sie uns genauso ans Herz wie weniger bekannte Blumen z.B. Papiergänseblümchen und Marokkanisches Leinkraut. 

Noch ein paar Empfehlungen für den „ essbaren Zaun“ , für die Terrasse und ein wenig Grundwissen für Gärtnerinnen und Gärtner und schon ist ein vielseitiger und informativer Gartenratgeber entstanden. Dank  der vielen bebilderten Anleitungen und dem flotten Schreibstil der Autorin kommt beim Lesen des Buches keine Langeweile auf. Selbst erfahrene Hobbygärtner finden noch so manchen Tipp. Gartenneulinge hingegen können bei gründlichem Studium des Buches so manchen Anfängerfehler vermeiden.

Schön, wenn Print- und Onlinemedien sich ergänzen! Das Buch ist im Kosmos Verlag erschienen.

Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Gartensommer!

Herzlichst

Gisela

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