
Liebe Gartenenthusiasten,
„Malen mit Pflanzen“, so nennt Autorin Modeste Herwig ihre Art der Beetgestaltung. Wer träumt nicht von einem blühenden Garten! Die einen mögen es bunt und üppig, die anderen dezent und Ton in Ton, und das am besten über die gesamte Gartensaison. Der Callwey Verlag hat in gewohnt aufwendiger Gestaltung in diesem Jahr ein Buch mit dem Titel „Blütenpracht – der Weg zum Traumgarten“ herausgegeben.
Autorin Modeste Herwig kann auf einen reichen Erfahrungsschatz zum Thema blühende Beete zurückblicken, schließlich entwickelte sie schon eine Vielzahl von Pflanzplänen für die unterschiedlichsten Gärten. Außerdem hat sie sich als Gartenfotografin und -autorin häufig in nationalen und Internationalen Regionen umgeschaut, um besondere Gärten und Pflanzen aufzuspüren.
Schon die ersten Seiten des Buches machen mit großflächigen Fotografien Lust aufs Weiterblättern. „Von der Idee zum Bepflanzungsplan“ nennt die Autorin das erste Kapitel und betont, wie bedeutsam Pflanzen für den Charakter eines Gartens sind. Ein bisschen Mut gehört bei der Planung eines Beetes unbedingt dazu und ganz wichtig: Es sollte zu mehreren Jahreszeiten blühen. Hierzu zeigt sie wunderschöne Fotos ein und des selben Beetes zu verschiedenen Jahreszeiten. Überhaupt sind die Fotos im Buch eine Augenweide. Vor der Wahl der Pflanzen ist die Festlegung des Gartenstils besonders wichtig, sie bestimmt auch Form und Größe der Beete, so die Autorin.
Ihr zweites Kapitel nennt Modeste Herwig „Inspirationen“ und zeigt dazu zehn Gärten und acht Rabatten. Zu den Fotos gibt es eine kurze Beschreibung, Pflanzenlisten und Grundrisse. Ein Garten wie im Bilderrahmen ist genauso dabei wie ein Garten zum Relaxen oder ein natürlicher Stadtgarten. Auch die Auswahl an Beeten ist vielseitig, ganz gleich ob natürlich, pflegeleicht, nach Farbkonzept oder mediterran. Mir hat besonders das „Blumenmeer“ im Vorgarten gefallen.
Hat sich der geneigte Leser also für einen Stil entschieden, kann er sich in Kapitel drei damit beschäftigen, wie man einen „Bepflanzungsplan“ erstellt. Dazu gehört ein Moodboard genauso wie ein Schritt-für-Schritt-Plan und das Festlegen des Grundrisses. Bei der Pflanzenauswahl gibt es nicht nur Form und Größe, Blütezeit und Farben zu beachten, sondern auch Insektenfreundlichkeit, Duft, Herbstfärbung und vieles mehr.
Die „Pflanzenbeschreibungen“ in Kapitel vier mit knapp 200 Pflanzen – natürlich mit Fotos – finde ich sehr hilfreich. Hinzu kommen Beschreibungen zahlreicher Ziergräser, Blatt- und Kletterpflanzen, aber auch Beschreibungen von Hecken, großen Sträuchern und kleine Bäumen. Dieses Kapitel macht das Buch besonders wertvoll, kann man es doch auch zur Pflanzenbestimmung nutzen.
Planung und Auswahl sind natürlich sehr wichtig, aber so richtig Freude kommt auf, wenn es in Kapitel 5 um „Bepflanzung und Pflege“ geht. Zu diesen Themen gibt es viele praktische Anleitungen und Hinweise. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Ein Garten bleibt auf Dauer nur ansehnlich, wenn er entsprechend gepflegt und – wenn es erforderlich ist – auch in Teilen erneuert wird. Deshalb finde ich die Hinweise zum Düngen und Mulchen, zum Schneiden oder zum „schön halten‘“ besonders nützlich. Dazu gehört auch der Pflegekalender am Ende des Buches.
Ein Fazit:
Dieses Buch mit vielen Fotos und Beispielen sowie seinen kurzen knackigen Texten ist nicht nur angenehm zu lesen, sondern es bringt Gartenanfängern genauso wie „alten Hasen“ eine Vielzahl neuer Erkenntnisse und ein wahres Lesevergnügen.
Habt noch eine schöne Gartenzeit
Herzlichst
Gisela Tanner