
Liebe Gartenenthusiasten,
es ist wieder einmal Zeit, das Buch vom Callwey Verlag zum jährlichen Gartengestaltungs-Award für Privatgärten genauer zu betrachten. Für den Band „Gärten des Jahres 2025“ zeichnen diesmal Stephan Lenzen und Konstanze Neubauer verantwortlich. Sie stellen in ihrem Buch nicht nur die Jury und die ausgewählten Gärten vor, sondern geben auch einen Trendbericht und Empfehlungen für besondere Hersteller. Hinzu kommt ein Überblick zu 50 Projekten, die es auf die Longlist der Redaktion geschafft haben sowie eine umfangreiche Sammlung von Adressen.
Wie Stephan Lenzen in seinem Vorwort schreibt, ist Urban Gardening die Sehnsucht nach Natur, Landschaftserlebnis, eigener Nahrungsproduktion … und nach Schönheit. Gleichzeitig betont er, dass Pflanzen immer das wichtigste Gestaltungselement im Garten sein sollten. Das finde ich, ist im Hinblick auf den Klimawandel ein sehr wichtiger Aspekt. Ein schönes Beispiel dafür ist der Garten, den Alexandra Lehne mit ihrer Soulgarden GmbH entworfen und gestaltet hat. Ich werde später noch darauf eingehen.
Es hat mir besonders gefallen, dass die acht Mitglieder der Jury diesmal ausführlich – und mit Foto – vorgestellt wurden. Landschaftsarchitektinnen und -architekten gehören genauso dazu wie leitende Redakteurinnen und Redakteure von Garten(fach)zeitschriften sowie Vorstände wichtiger Gartenverbände. Ebenso dabei ist Autorin Konstanze Neubauer und der Geschäftsführer einer Baumschule.
Vergeben wurde ein erster Preis, vier Anerkennungen, ein Newcomer-Preis, ein Fotografiepreis und zahlreiche Preise für Projekte, insgesamt wurden 50 Gärten ausgewählt. Weitere Themen waren Bodenbeläge und Umgrenzungen, Gartengeräte und -möbel, Licht und Außenbeleuchtung, Outdoorküchen sowie Pools, Saunen, und Schwimmteiche.
Die prämierten Gärten können unterschiedlicher nicht sein, darunter auch Gärten aus Österreich und der Schweiz. Den ersten Preis erhielt ein weitläufiger langgestreckter Garten am Stadtrand von Krefeld mit Gräsern, trockenheitsverträglichen Stauden und Platz für Hühner, der sich zusammen mit dem Wohnhaus wunderbar in die vorhandene Landschaft einfügt. Der Entwurf stammt von Burkhardt Damm. Zahlreiche Fotos, ein Lageplan und Angaben zu Details ermöglichen es den Lesern, sich – wie bei allen anderen ausgewählten Gärten – ein genaues Bild von der Entscheidung der Jury zu machen, Laudatio inclusive.
Eine Anerkennung erhielt ein Garten für Familie und Freunde in einem Vorort von München, der wegen seiner Harmonie und Leichtigkeit gelobt wurde. Besonders beeindruckend ist die Sitzmauer, die die Terrasse einfasst.
Genauso erhielt ein Garten in Amerang in Bayern eine Anerkennung, der von Alexandra Lehne gestaltet wurde. Sie war mit ihren Gartengestaltungen auch schon im Fernsehen zu erleben. Ich mag ihre pflanzenreichen Gärten. Die Jury meint, dass sie einen „ magischen Ort voller Überraschungen“ geschaffen hat. Der Garten wurde an ein Haus angepasst, das in eine Scheune aus dem 18. Jahrhundert eingefügt wurde. Besonders gefiel der Jury, dass ein altes Saunahaus und der Pool sowie andere Betonelemente (Bauherrin hat beruflich damit zu tun) geschickt in den Garten eingebunden wurden. Einzelne Gartenbereiche wurden durch Gräser- und Staudenpflanzungen miteinander verbunden. Eine Anerkennung erhielt auch ein Großstadtgarten für eine junge Familie, der so umgestaltet wurde, dass er auf kleiner Fläche viele Funktionen erfüllt.
Es wurden so vielfältige Gärten von der Jury ausgewählt, dass es schwerfällt, besondere Gärten herauszustellen. Eines ist aber zu erkennen: Die Gärten werden naturnaher, ganz gleich ob sie aus einer Brachfläche einer Wiese oder aus einem vorhandenen Garten entstanden sind. Viel Wert wird auf das Einbinden von Bestandsbäume gelegt und Schwimmteiche werden inzwischen oft gegenüber Pools bevorzugt. Immer häufiger wird Platz für Tiere im Garten gewünscht.
Ein wichtiger Aspekt ist für Gartenbesitzer und -gestalter, dass der Garten auch im Herbst und im Winter ansprechend aussieht. Aufgefallen ist mir der Garten einer Doppelhaushälfte in Nordrhein-Westfalen, der sich mit viel Stauden und Gräsern angenehm vom üblichen Gestaltungsstil solcher Gärten abhebt. Ein Waldgarten in Berlin oder ein Firmengarten mit Dachterrasse in Königswinter zeigen genauso wie ein Zechengarten in Essen, dass auf unterschiedlichem Areal wunderschöne Gärten entstehen können.
Auch Ideen für besonders kleine Gärten wurden von der Jury belohnt, bei Neubauten ist ja bekanntermaßen die Gartengröße oft überschaubar. Weitläufiger hingegen ist ein Garten mit Gestüt in der Lüneburger Heide, der sich unaufdringlich in eine Kulturlandschaft einfügt und das Zuhause für mehrere Generationen bildet.
In Baden-Württemberg hat ein neu interpretierter Bauerngarten mit einem bemerkenswerten Schwimmteich die Jury beeindruckt.
Zugegeben, ich habe eine Weile gebraucht, bis ich dieses im wahrsten Sinne des Wortes schwergewichtige Buch durchgearbeitet habe. Immer wieder bin ich an den beeindruckenden Fotos und ausführlichen Texten „hängengeblieben“. Dieses Buch ist eine wahre Quelle der Inspiration und jedem zu empfehlen, der neue Ideen für seinen Garten sucht oder einfach nur die beeindruckenden Fotos genießen möchte, ein Buch zum Abtauchen in zauberhafte Gartenwelten!
In diesem Sinne wünsche ich euch noch eine wunderbare Gartenzeit!
Herzlichst
Gisela Tanner