Zu  Gast in Rom – eine Buchbesprechung

Liebe Gartenenthusiasten,

was gibt es Schöneres als an solchen trüben Tagen wie heute vom Sommer im sonnigen Süden zu träumen. Ich habe mir dazu das Buch „Zu Gast in Rom“ zur Hilfe genommen. Der Callwey Verlag verspricht in seiner Beschreibung einen kulinarischen Streifzug durch die Ewige Stadt mit Blick in Trattorien und Cafés einschließlich Insidertipps und Rezepten. Das Buch soll Reiseführer und Kochbuch zugleich sein.

Die Texte von Stefan Maiwald zusammen mit den Fotos von Andrea di Lorenzo machen schon beim ersten Durchblättern Lust auf ein anregendes Lesevergnügen. Man merkt dem renommierten Reise- und Foodjournalisten Stefan Maiwald die Liebe zu Italien bereits in der Einleitung an. Andrea diLorenzo beweist mit seinen Fotos, dass er nicht nur ein ausgewiesener Foodfotograf ist, sondern dass er auch die Schönheiten Roms mit viel Enthusiasmus einfangen kann. Ganzseitige Fotos unterschiedlichster Gerichte steigern die Lust, diese Gaststätten so schnell wie möglich zu besuchen und das Essen zu genießen. Glücklicherweise besteht dank der Rezepte im Buch auch die Möglichkeit, das eigene Heim in eine kleine Trattoria zu verwandeln.

In der Einleitung gibt der Autor zunächst Einblicke in die Stadt und in die römische Küche. Er hebt die geschichtliche Bedeutung Roms genauso wie den aktuellen Einfluss der Stadt in vielen unterschiedlichen Bereichen hervor. Gleichzeitig lobt er die fußläufige Erreichbarkeit der vielen Genussorte. Dazu gehören Streetfood-Lokale, aber auch die gehobene Gastronomie.

In den sechs folgenden Kapiteln widmet sich der Autor den einzelnen Stadtbezirken

  • Trastevere
  • Rund um den Vatikan
  • Monti, Esquilino & San Lorenzo
  • Historisches Zentrum
  • Trevibrunnen und Tridente
  • Der Süden: Testaccio & San Giovanni

Am Beispiel von Trastevere am westlichen Ufer des Tigers möchte ich euch den Aufbau des Buches näher bringen. Ich war selbst schon dort und konnte die Vielfalt und die große Zahl an  Gaststätten bestaunen und ausprobieren. Wie auch in den anderen Kapiteln beschreibt der Autor zunächst diesen Stadtbezirk mit Blick auf die Historie, versichert, dass es selbst in diesem – inzwischen sehr bekannten Stadtteil – noch unentdeckte Rückzugsorte gibt. Die römische Küche, so der Autor, sei hier tief verwurzelt. Zunächst lernen wir das Restaurant „Eggs“ kennen, das sich der „Carbonara“ gleich in fünfzehn verschiedenen Rezeptvarianten widmet. Diese werden übrigens hier nicht mit Spaghetti, sondern mit Röhrennudeln in einem hohen Glas serviert. Das passende Rezept, mit Schwierigkeitsgrad 1 von 3 gibt‘s im Buch gleich dazu. Etwas schwieriger sind schon die „Artischocken alla Romana“ nachzukochen. Eine Weinbar – jenseits des Touristentrubels in einer kleinen Gasse gelegen –  ist ein weiterer Tipp des Autors. Die Bar bietet auch eine kleine täglich wechselnde Speisekarte an. Beliebt ist ein großes Fladenbrot, das am Tisch geteilt werden kann. Der Besitzer der Bar liebt das „lustvolle Kochen und experimentieren“ und zwei Rezepte mit Schwiergkeitsgrad 3 haben es in das Buch geschafft, „Kabu-Rübe in Mandelsoße“ und „ Wrap mit Senfblättern und Thunfischtatar“. 
Kreative Pizza und Sushi gibt es im „Seu Pizza Illuminati“ in einem ruhigen Wohnviertel, das nun nicht mehr so ruhig ist. Die Leser können von dieser Gaststätte ein „Seushi“ – Reiszylinder mit Thunfischtatar – und „Pizza Marinara Piu“ – Holzofen-Tomatenessenz mit Basilikum – nachkochen. Übrigens, die vorgestellten Wirtinnen und Wirte haben auch noch einige kulinarische Tipps für die Leser. Geheimtipps und Wissenswertes  über Trestevere – natürlich wieder mit den passenden Fotos – schließen das Kapitel ab. Genannt wird der Botanische Garten, ein besonderes Kino und eine Weinbar in einem besonderen Theater.

So wie in diesem Kapitel geht es in den anderen weiter, mit Beschreibungen der Viertel und Restaurants, spannenden Rezepten und verführerischen Foodfotos. Dazu gibt es Tipps zu Sehenswürdigkeiten, Museen, besonderen Geschäften und Hotels, die auch nicht allen passionierten Rombesuchern bekannt sein sollten. Wir lernen besonders innovative, junge, heimatverbundene Köche, aber auch virtuose Techniker in der Küche kennen. Dazu können wir Rezepte verschiedener Pasta-, Risotto-, Fleisch- und Fischgerichte nachkochen oder Gemüse auf römische Art zubereiten. Lohnenswert ist ein Besuch der Märkte und Spezialitätengeschäfte, die über die Stadt verteilt sind.

Nach all den kulinarischen Anregungen zu den einzelnen Stadtbezirken beendet ein  Serviceteil das Buch. Vom  morgendlichen Cafe über Gourmet-Shopping und Aperetivi bis hin zu einem Glas Wein am Abend hält der Autor jede Menge inspirierender Tipps für einen Tag in Rom bereit. Das macht Lust auf einen Besuch der Ewigen Stadt.

So einen Gourmet- und Reiseführer kann nur jemand schreiben, der diese Stadt mag und sie schon ausführlich kennen gelernt hat. Stefan Maiwald beschreibt diesen wunderschönen Ort detailreich und mit viel Liebe. Er scheint jeden Winkel der Stadt erkundet und kulinarisch erobert zu haben. So ist ein Buch entstanden, das informativ und lesenswert zugleich ist. Auch wenn Gaststätten dabei sind, die nicht für jeden Geldbeutel geeignet sind, kann man doch die Rezepte nachkochen oder die oft ganzseitigen Fotos einfach nur genießen, ein appetitanregender, kurzweiliger und informativer Reiseführer.

In diesem Sinne wünsche ich euch jede Menge Vorfreude auf die nächste Urlaubssaison und den herannahenden Frühling!

Herzlichst

Gisela Tanner

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