Ganz einfach Stauden – eine Buchbesprechung

Liebe Gartenenthusiasten,

die Leipziger Buchmesse naht und deshalb heute noch einmal eine Buchrezension, diesmal habe ich mir ein Gartenbuch von André Winkler vorgenommen. Wenn ich seinen Namen höre, erinnere ich mich immer an seine fröhlichen Kurzvideos in den sozialen Medien und seine inspirierenden Gartentipps. 

Stauden seien pflegeleicht, langlebig und farbenfroh schreibt er in seinem Buch „ Ganz einfach Stauden“, und er muss es ja wissen. Schließlich hat er vor mehr als 10 Jahren mit wenig Vorkenntnissen begonnen, aus  dem Garten des neu erworbenen Hauses sein eigenes Staudenparadies zu schaffen. Nachhaltig und insektenfreundlich sollte es sein. Viele Sitzplätze sollten zum Verweilen und Genießen des Gartens aus verschiedenen Blickwinkeln einladen. Das war der Plan, aber André Winklers neues Grundstück hatte nichts von dem zu bieten. Stattdessen wucherten Neophyten wie der japanische Knöterich. Einziger Lichtblick waren ein paar Rosen. 

Mit viel Enthusiasmus, einigen Rückschlägen und vor allem Spaß am Gärtnern setzte er nach und nach seine Ideen um.  Wer wollte, konnte und kann das sogar über @gartenlovers in den sozialen Medien verfolgen. (Ich gehöre übrigens auch zu seinen Followern.) André Winkler hat seinen Garten so gestaltet, dass er ihn zwischendurch immer wieder mit einer Tasse Kaffee in der Hand genießen kann.

Warum Stauden unbedingt in einen Garten gehören und welche Werkzeuge zur Umsetzung der eigenen Gartenträume benötigt werden, steht am Anfang des Buches. Auch Empfehlungen zu den besten Bezugsquellen (Baumarkt, Gartencenter oder Gärtnerei) fehlen nicht. Sind die Vorbereitungen getroffen, ist die Standortwahl genauso wichtig wie die Bodenbeschaffenheit und die Pflege. 

Der Autor ermutigt seine Leser immer wieder, alles selbst auszuprobieren und nicht nur stur nach den Pflanzanleitungen zu gehen. Pflanzenschutz, verschiedene Pflegeschnitte, Dünger und Gießen sind weitere Themen. Zu den Schnittformen und -arten gibt es sogar eine extra Tabelle. Sehr hilfreich sind die  Kapitel über das eigene Vermehren von Pflanzen und den Staudenschutz im Winter.

Doch in diesem Buch geht es nicht nur um Stauden an sich, sondern auch um Gartengestaltung. Gartenzimmer, Sitzplätze, Wege und Sichtachsen sind nur einige Themen, die hier behandelt werden, nicht zu vergessen der DIY- Tipp für eine Rankhilfe und die konkrete Pflanzanleitung für Stauden. Sehr inspirierend fand ich auch die Tipps für die Gestaltung von Beeträndern.

Die wichtigsten Kapitel im Buch sind für mich jedoch die acht Beetideen des Autors mit seinen Lieblingspflanzen, sei es nun ein „easy Beginnerbeet“, ein Insektenbeet, ein Anti-Schnecken-Beet oder ein Steinhügelbeet. Anleitungen für Schatten- und Frühlingsbeete, ein Beet für heiße Sommer und ein Herbstbeet kommen hinzu. 

Ausführlich werden die einzelnen Beete einschließlich Pflanzkonzept beschrieben und Tipps zur Umsetzung gegeben. Beim Hügelbeet z.B. zeigen mehrere Fotos die einzelnen Entwicklungsschritte vom kargen Steinhügel zum üppig bewachsenen Hingucker mit Patina. Pflanzlisten gibt’s zu jedem Beetvorschlag dazu. Da sind wirklich wunderschöne natürliche Beete entstanden, die die Leser zum Nachahmen anregen und ermutigen. Ein Stauden-ABC und Empfehlungen für Bezugsquellen schließen den Gartenratgeber ab. 

Das ist ein Buch für Hobbygärtner von einem, der weiß, wovon er schreibt. Es ist übersichtlich, unterhaltsam, inspirierend und lehrreich. Die vielen Fotos – fast alle vom Autor selbst – lockern den Text auf und veranschaulichen die vielfältigen Ideen. Ich hatte viel Freude beim Lesen und nehme mir vor, genauso wie André Winkler entspannt zu gärtnern, Rückschläge in Kauf zu nehmen und vor allem den Garten zu genießen.

Habt noch eine wunderbare Zeit in eurem eigenen Refugium!

Herzlichst

Gisela Tanner

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