Liebe Gartenenthusiasten,
es ist doch immer wieder erstaunlich, wie schnell sich in der Natur selbst nach einem so kalten und schneereichen Winter wie diesem auf den Frühling einstellt. Kaum war der letzte Schnee geschmolzen, lugten schon die ersten Schneeglöckchen aus dem Boden und auch die Winterlinge ließen nicht lange auf sich warten genauso wie die Krokusse.
Da hielt es Gärtnerin und Gärtner natürlich auch nicht mehr im Haus und warm verpackt, die Gartenschere in der Hand, ging es an die Arbeit. Zunächst hatte ich die Gräser und Stauden zurückgeschnitten, ebenso Sommerflieder, Lavendel und Hortensien. Von den Rosen hatte ich noch die Finger gelassen, auch wenn sie schon austreiben. Da halte ich mich noch immer an die Regel, Rosen erst zurückschneiden, wenn die Forsythien blühen. Doch inzwischen ist es soweit und ich habe mehrere Tage damit verbracht Strauch-, Kletter- und Edelrosen zurückzuschneiden und zu düngen. Die Schnittreste hat mein Mann geschreddert, Holziges nehme ich zum Beete mulchen, frischere Zweige kommen auf den Kompost.
Nicht nur die Winterlinge, auch die Lenzrosen sind in diesem Jahr sehr blühfreudig. Ich habe sie schon vor einiger Zeit mit zerstoßenen Eierschalen gedüngt.
Natürlich kamen wieder als erstes Hornveilchen in unsere Kübel, Tausendschönchen und Primeln ergänzten das alles. (Siehe Foto weiter unten) Gleichzeitig habe ich die Beete von den Zweigen der Weihnachtstanne befreit, die als Abdeckung dienten. Glücklicherweise haben alle Pfingstrosen, die ich im Herbst gepflanzt hatte, ausgetrieben. Nun freue ich mich schon auf ihre schönen Blüten. Wir hatten im Oktober zum ersten Mal auch eine Strauchpfingstrose gepflanzt. Da sind wir natürlich besonders auf die erste Blüte gespannt.
Kaum waren die ersten Frühlingsboten verblüht, zeigten sich schon die ersten Osterglocken. Diese gefüllte Sorte finde ich besonders schön.
Gerade habe ich die Rhodedendren gedüngt sowie Kompost und geschredderte Tannenzweige darauf verteilt. Auch die restlichen Sträucher bekommen eine Kompostgabe und teilweise auch Hornspäne dazu. Beim Putzen der Beete lasse ich mir Zeit, wer weiß, was für Schätze noch aus dem Boden sprießen. Vieles – auch Zufälliges – darf im Boden bleiben. Große Freude bereitete uns in diesem Jahr unsere Magnolie. Dicht an dicht war sie mit Blüten übersät.
Auch die Felsenbirne leuchtet mit ihren weißen Blüten. Ich bin gespannt, ob sie in diesem Jahr Früchte trägt.
Der Amberbaum – gepflanzt im vorigen Jahr – scheint auch auszutreiben. Ewas zurückhaltender ist die Albizie (Schlafbaum). Sie wächst sehr langsam und wir fragen uns schon, ob sie wohl in diesem Jahr blühen wird.
Ich freue mich auch, wenn ich die Gartendekoration wieder im Garten verteilen kann. Ich habe es gern, wenn sie quasi mit dem Garten „verschmilzt“ und auch ruhig ein wenig versteckt ist. So gibt es immer etwas zu entdecken und der Garten wird zum zweiten Wohnzimmer. Das Dekorieren ist sozusagen die Kür nach all den notwendigen Vorbereitungen des Gartens auf die Saison.
Deshalb wird es auch langsam Zeit, unseren Sprudelstein wieder zum Leben zu erwecken. Die Goldfische in unserem kleinen Teich sind auch schon wieder munter. Ein Netz schützt sie vor dem räuberischen Fischreiher, dem im vorigen Jahr einige der größeren Fische zum Opfer gefallen sind. Er liegt leider schon wieder auf der Lauer. Großen Spaß an unserem Garten haben auch – wie in jedem Jahr – die Wühlmäuse. Wir hoffen, dass ihnen nicht zu viel Pflanzen zum Opfer fallen.
Für mehr Farbe im Frühlingsgarten und in unserem Eingangsbereich sorgen noch immer die vielen Kübel und Töpfe, die mit Primeln, Hornveilchen, Bellies und Ranunkeln für gute Laune sorgen. Dazwischen ragen auch einige Tulpen in die Höhe. Ich freu mich schon, wenn später wieder die kleinen Cubana-Rosen in den Kübeln blühen. Ich behandle sie genauso wie die Beetrosen.
Nun wird es Zeit, noch ein paar Blumen auszusäen. Die ersten Salate unter dem Frühbeet sind schon erntereif und mein lieber Mann „dekoriert“ gerade unsere Fensterbänke mit selbstgezogenen Tomatenpflanzen. ( Das nimmt man doch für eine reichliche Ernte gern in Kauf, oder?) Außerdem möchte er demnächst noch unseren Rasen – der es wohl nie zu englischer Qualität schaffen wird – vertikutieren. Wie haltet ihr es mit eurer Rasenpflege?
Übrigens, auch wenn nach neuesten Erkenntnissen den Forsythien nicht viel Nutzen nachgesagt wird, finde ich es immer wieder schön, wenn sie blühen.
Draußen regnet es gerade kräftig, deshalb habe ich auch Zeit, das alles hier aufzuschreiben. Ich hoffe, es waren auch für euch ein paar Anregungen für einen abwechslungsreichen Garten im Frühling dabei! Ich beginne übrigens jeden Morgen mit einer Runde durch den Garten, das lässt mich durchatmen und sorgt für einen positiven Start in den Tag.
Habt eine wunderbare Gartenzeit!
Herzlichst
Gisela









