Gärten des Jahres 2026 – eine Buchbesprechung

Liebe Gartenenthusiasten,

es ist mir immer wieder eine Freude, euch das jährlich erscheinende Buch  „Gärten des Jahres“ vom Callwey Verlag vorzustellen. Dieses Werk gibt einen Einblick in die aktuellen Trends der Gartengestaltung und ist außerdem mit seinen vielen Fotos, ausführlichen Beschreibungen und Bewertung eine wahre Bereicherung für jeden Gartenenliebhaber. In diesem Jahr sind die Autorinnen Konstanze Neubauer und Susanne Wiborg. Letztere hat auch die Einführung mit dem Titel „Die lebendige Kunst des Gartens“ geschrieben. 

Eine renommierte Fachjury – bestehend aus acht Mitgliedern – hat die Gärten ausgesucht, darunter Landschaftsarchitekten, Redakteure sowie Autoren und Autorinnen von Fachzeitschriften. Zur Auswahl standen Privatgärten, die von Landschaftsarchitekten, Gartengestaltern und Garten- und Landschaftsbauern gestaltet wurden.

Der erste Preis ging an einen Garten, der  in der Laudatio von Landschaftsarchitekt Burghard Damm u.a.  als eine Fortsetzung der Landschaft mit stiller und beständiger Eleganz gelobt wurde. Gelegen im Kanton Luzern in der Schweiz, hat Daniel Berg einen Garten geschaffen, der die Jury mit seinem naturverbundenen Konzept überzeugt hat. Eine Anerkennung erhielten  u.a. ein Hanggarten in einer Wohnsiedlung in Zürich und ein Hausgarten südlich von München. Auch einen Garten, in dem die Symbiose von Garten und Architektur besonders gut gelungen ist, sowie einen Garten am Niederrhein mit Waldcharakter wählte die Jury aus.

Von den Fotos im Buch ausgehend, hat mich besonders der prämierte Newcomer- Garten beeindruckt. In der Beurteilung des Gartens betonte die Jury die Bedeutung der Verwendung natürlicher Baustoffe und eines klugen Regenmanagements für die moderne Gartenplanung. Der Garten – gelegen in Weimar in Thüringen – wirkt mit seiner exzellenten Pflanzenauswahl sehr natürlich und die umfangreichen Wünsche der Auftraggeber wurden dabei klug integriert.

Zusätzlich zu den fünfzig ausgezeichneten Projekten würdigt der Callwey Verlag noch die Top 100 – Planerinnen und Planer, die mehrere Jahre lang Projekte auf hohem Niveau eingereicht haben – in einem zusätzlichen Heft. Ein weiteres Extra-Heft ist den Top 50 of Architecture gewidmet.

Doch nun weiter zu den ausgezeichneten Projekten, die wie gewohnt sehr vielfältig sind. Da gehört ein Garten, geprägt von einer Flusslandschaft, genauso zu den auserwählten wie ein Dachgarten über dem See. Gelobt wird auch ein Garten in der Rheinebene in Baden- Württemberg mit vielen Gehölzen, die für natürlichen Baumschatten sorgen. Das ist besonders von Bedeutung, da der Garten mitten in der Rhein-Neckar-Metropolregion liegt. In der Schweiz entstand ein Garten für Staudenliebhaber und in Gauting in Bayern  wurde der Garten einer ehemaligen Schauspielschule behutsam gestaltet. Wie aus einer überhitzten Dachterrasse ein „lauschiges Plätzchen“  werden kann,  zeigt ein Planungsbüro aus der Schweiz. Ganz anders ein Garten südlich von Leipzig nahe  einem ehemaligen Tagebaugebiet, der den Charakter des Gebietes u.a. durch  den Einsatz von Schichtungen aus Stampfbeton widerspiegelt. Besonderes Merkmal ist ein Senkgarten als Regensammler.

Beeindruckend sind auch ein Skulpturengarten an der Isenach oder ein Garten am Waldrand, der von einem düsteren in einen hellen einladenden Ort verwandelt wurde. Genauso bemerkenswert ist ein Garten an der Hessischen Bergstraße, in dem eine große Rasenfläche zu einem mediteran anmutenden Garten umgestaltet wurde. Sogar ein Garten in Spanien an der Costa Blanca hat es in die Top 50 geschafft, weil die Verbindung zwischen dem Wohngebäude und der Umgebung besonders gut gelungen ist. Eigentlich hätte jeder der 50 Gärten es verdient, hier erwähnt zu werden, aber wie es so ist, die Möglichkeiten sind begrenzt. Auch ein Fotografiepreis wurde vergeben.

Weitere Themen im Buch sind Gartenmöbel, Außenbeleuchtung & Smart Gardening, Outdoorküchen und Grillplätze sowie Sonnenschutz und Accessoires. Diese sind in die Aufzählung der 50 ausgewählten Gärten „eingestreut“. In einem extra Kapitel werden „Architects’ Choice“ vorgestellt, darunter eine Floating Bar, ein Outdoor Pool, verschiedene Bodenbeläge, Pflanzgefäße und Gartenmöbel. Alle, die beruflich mit Gartengestaltung zu tun haben, dürfte der Trend-Report 2026 interessieren. Hier geht es u.a. um aktuelle Herausforderungen der Gartengestaltung, um Wünsche und Bedürfnisse der Auftraggeber, Klimaresilienz und die Bedeutung von Biodiversität.

Es ist erfreulich, dass in den letzten Jahren der Trend zu naturnahen Gärten mit natürlichen Elementen und Werkstoffen geht, die Umwelt wird es uns danken. Ich kann jedem, der an nachhaltiger und anspruchsvoller Gartengestaltung interessiert ist, dieses Buch nur empfehlen. (Man kann es sich ja auch schenken lassen.)

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen angenehmen Gartensommer

Herzlichst

Gisela Tanner

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