
Liebe Gartenenthusiasten,
gerade wird unser Garten von einem kräftigen Landregen überzogen, aber die Folgen dieses trockenen und heißen Sommers sind doch unübersehbar. ich habe euch ja schon in meinem letzten Beitrag (Link) beschrieben, wie wir in diesem Jahr den Sommer erlebt haben und das wird bestimmt nicht der letzte mit solchen extremen Temperaturen gewesen sein.
Da wir unseren Garten noch genießen und nicht nur darin arbeiten wollen, haben wir uns entschlossen, ihn nach und nach den zu erwartenden Bedingungen anzupassen. Wir sind gerade dabei, aber ohne Hast und Eile. Zum Teil überlegen wir noch, wie das neue Konzept aussehen soll. Einige Pflanzen haben wir schon ausgetauscht bzw. an andere Orte verpflanzt. (Ich entsorge Pflanzen ja nur ungern.) Mir gefällt es am besten, wenn sich ein Garten langsam entwickelt und verändert.

Glücklicherweise werden ja immer mehr trockenheitsverträgliche Stauden, Sträucher und Bäume in den Gärtnereien angeboten. Wir haben hier in der Nähe mehrere Gartenmärkte, eine Baumschule und auch im Umkreis noch Gärtnereien, die eine Vielfalt an Pflanzen anbieten. Ich versuche immer hier in der Region einzukaufen, aber einiges gibt es nur im Online- Gartenhandel. Ich werde euch heute die Veränderungen, die wir in den einzelnen Gartenbereichen planen bzw. schon umgesetzt haben, vorstellen. Ich hoffe ihr habt Spaß an meinem kleinen Gartenrundgang. Bevor es losgeht, solltet ihr noch eins wissen: Wir haben kein Bewässerungssystem im Garten, sondern sind noch mit Gießkanne, Wasserschlauch und Sprenger unterwegs. Das ist nicht nur eine Kostenfrage, sondern liegt auch an der speziellen Aufteilung unseres Gartens.
Seitlicher Vorgarten Straßenseite
Wir bewohnen ein Eckgrundstück mit einem Vorgarten, zwei seitliche Gartenteilen und schließlich mit dem hinteren Garten, der auch unser Hauptgarten ist. Der seitliche Garten zur Straße hin bekommt hauptsächlich die Morgensonne ab. Eine Einfahrt in unsere Tiefgarage trennt ihn vom Hauptgarten. Dieser Gartenteil wird zur Straße hin nicht nur von einer Hecke aus verschiedenen Sträuchern begrenzt, sondern es wachsen dort auch verschiedene Rhododendren.

Am Übergang zum Vorgarten stehen ein Kirschbaum, mehrere Fächerahorne und ein Etagenhartriegel. Trotz der halbschattigen Lage sind schon mehrere Rhododendren vertrocknet. Wir wollen dort wegen des hohen Wasserbedarfs auch keine neuen mehr nachpflanzen. Alle, die diesen Sommer überlebt haben, scheinen mit dem Klima besser zurechtzukommen und sie dürfen den Garten mit ihren bezaubernden Blüten weiterhin bereichern.
Die anderen wollen wir durch weitere Fächerahorne ersetzen, da diese an ihrem Standort im Halbschatten mit der Trockenheit scheinbar gut zurechtkommen und mit ihrer wunderbaren Herbstfärbung auffallen.
Vorgarten
Unser Vorgarten bestand zunächst nur aus einer Rasenfläche und einem ovalen Beet, das wir mit Buchskugeln, Pfingstrosen und Lavendel bepflanzt haben. Die Pfingstrosen haben bisher alle Wetterkapriolen gut überlebt, genauso wie der Lavendel, den ich nach der ersten Blüte immer kräftig zurückschneide. Die Buchskugeln sind dem Zünsler zum Opfer gefallen und wurden zum Teil durch Eiben ersetzt. Außerdem kamen die Rosen „Leonardo da Vinci“ und „Leonardo da Vinci red“ hinzu. Sie haben sich als sehr blühfreudig und trockenheitsverträglich erwiesen.

Da der Rasen dort der vollen Mittagssonne ausgesetzt ist, wird er in längeren Trockenheitsperioden schnell gelb und unansehnlich. Deshalb haben wir dort nach und nach verschiedene Sträucher gepflanzt, die diesen Standort bisher gut vertragen haben und auch mit geringen Wassergaben gut zurechtkommen. Gleichzeitig beschatten sie den Rasen. Zu den Sträuchern gehören eine kugelförmige Harlekinweide, ein Liebesperlenstrauch, eine Zaubernuss (Hamamelis), eine Stauchpfingstrose und die schöne Leycisterie „Purple Rain“.

Die Rispenhortensie, die uns Jahr für Jahr mit ihren Blüten erfreut, braucht zwischendurch schon häufiger eine Wassergabe. Sie ist aber nicht so anspruchsvoll wie Bauern-oder Annabellhortensien. Wobei ich den Eindruck habe, dass man die Pflanzen auch dazu erziehen kann, mit weniger Wasser auszukommen.

Weitere Sträucher sollen in diesem Gartenteil noch folgen. Schon jetzt sorgt unsere Auswahl dafür, dass fast immer einer der Sträucher blüht: Jetzt im Sommer gerade die schöne Leycisterie, im Winter leuchten die Perlen des Liebesperlenstrauches und die Zaubernuss folgt wenig später in Gelb. (Nach der rot blühenden Variante suchen wir noch.) Im Frühjahr blüht der Etagenhartriegel an der Grenze zum seitlichen Garten und wenig später folgt die Srauchpfingstrose. Beeindruckend finde ich auch die hellen bis rosa gefärbten Spitzen der Harlekinweide.
Am Hauseingang habe ich einige Kübel aufgestellt, die teils dauerhaft, teils jahreszeitenabhängig bepflanzt sind.
Linker seitlicher Garten
Links vom Hauseingang führt der Weg zu unserem Hauptgarten. Zuvor geht’s aber noch an unserem linken seitlichen Gartenteil vorbei. Der hat wohl die meisten Veränderungen erlebt. Das lag auch daran, dass der Nachbar vor einigen Jahren seine hochgewachsenen Kiefern entfernt hat. Während sich zu dieser Zeit dort im Schatten Rhododendren, winterharte Azaleen und Astilben wohlgefühlt haben, galt es nun sonnenverträgliche Pflanzen in diesem Gartenteil anzusiedeln bzw. ihn zu beschatten. Das haben wir zunächst mit einer Eibe erreicht, die wir säulenförmig zurechtgeschnitten hatten. Irgendwann war der Aufwand des Zurückschneidens aber zu hoch und so sind jetzt dafür zwei Deutzien dort eingezogen. Sie sind außerdem während der Blüte noch insektenfreundlich. Wir freuen uns schon auf ihre weißen bzw. pinkfarbenen Blüten im nächsten Jahr und auf den Schatten, den sie spenden werden. Zum Glück hatte wir beim Entfernen der Eibe tatkräftige Unterstützung von unserem Enkel. Sie war doch sehr stark im Boden verwurzelt.

Eine wichtige Rolle in diesem Gartenteil spielt der Lavendel, doch dazu im zweiten Teil mehr. Ihr erfahrt dann auch, wie wir unseren Hauptgarten den klimatischen Bedingungen anpassen wollen. Zuvor stelle ich euch aber noch ein Buch vor, seid gespannt!
Euch eine wunderschöne Zeit im Spätsommergarten
Herzlichst
Gisela