
Liebe Gartenenthusiasten,
für alle Frankreichliebhaber und Freunde der französischen Küche habe ich einen besonderen Tipp, und das nicht nur für die Reiseplanung, sondern auch zum Stöbern, Anschauen und Ausprobieren der landestypischen Rezepte.
Der Calwey Verlag hat in diesem Jahr wieder ein Buch über eine beliebte Urlaubsregion herausgegeben, das nicht nur die Gegend beschreibt, sondern sich auch ausführlich der Kulinarik widmet. Der Leser kann sich auf Empfehlungen für besondere Orte und Gaststätten einschließlich ausgewählter Rezepte ihrer Köchinnen und Köche freuen. Ich habe von dieser Reihe schon mehrere Bücher hier im Blog besprochen:
Doch diesmal geht es nicht nach Italien, sondern nach Frankreich in die Bretagne.
Wer einmal die zauberhafte Stadt St.Malo mit ihrem atemberaubenden Gezeitenwechsel oder die beeindruckenden Felsformationen an der Côte de Granit Rose ( Rosa Granitküste) kennengelernt hat, möchte gerne wiederkehren. Genauso reizvoll und vielfältig sind die anderen Orte der Bretagne. Aber nicht nur die Landschaft ist besonders, auch für den Gaumen hat diese Region einiges zu bieten.
Verena Carola Mayer und Andrea Di Lorenzo haben sich in ihrem Buch „Zu Gast in der Bretagne“ diesem Thema ausführlich gewidmet. Verena Carola Mayer ist nicht nur passionierte Frankreichliebhaberin, sondern auch freie Journalistin. Sie arbeitete schon für verschiedene bekannte Medien. Andrea Di Lorenzo hat bereits für das Buch „Zu Gast in Rom“ fotografiert und setzt auch die Bretagne gekonnt in Szene.
Verena Mayer schwärmt im Vorwort von der unberührten Natur dieser Region – bedingt durch den behutsamen Tourismus – und von den gastronomischen Schätzen auch abseits der bekannten Pfade. Die Bretagne ist eine Region, die reich gesegnet ist mit Produkten wie Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse oder Fleisch.
Die einzelnen Kapitel widmen sich folgenden Regionen:
- Ille-et-Vilaine
- Cotes d’Armor
- Finistère
- Morbihan
Ein ausführlicher Serviceteil am Ende des Buches hält für Reiseinteressierte besondere Empfehlungen bereit.
In den einzelnen Kapiteln beschreibt die Autorin zunächst die Regionen, stellt dann die unterschiedlichsten Gaststätten vor und konnte den Köchinnen und Köchen dort sogar ausgewählte Rezepte entlocken. Der angegebene Schwierigkeitsgrad hilft dem Leser je nach Erfahrung das Passende zum Nachkochen herauszusuchen. Bei den aufgeführten Restaurants handelt es sich keinesfalls um ausgesuchte Gourmet-Tempel, auch das kleinste Restaurant von Saint-Malo hat es in das Buch geschafft. Die Autorin legt Wert auf landestypische und authentische Gaststätten. Zu jeder Region gibt es Geheimtipps und Wissenswertes.
Die stimmungsvollen und zum Teil großformatigen Photos von Andrea Di Lorenzo unterstreichen den Zauber der bretonischen Landschaft.
Da ich die Cotes d’Armor schon selbst kennengelernt habe, möchte ich euch dieses Kapitel näher vorstellen. In der Einführung erfahren wir, dass sich im Laufe der Jahrhunderte u.a. Kelten und Römer dort getummelt haben. Besonders die britischen Kelten haben die Region in verschiedenster Weise geprägt. Armor heißt übrigens auf bretonisch und keltisch „Land am Meer“. Beeindruckend ist nicht nur der Tidenhub, der bis zu 14 m betragen kann. Wie schon erwähnt, ich habe die Kraft der Flut in Saint Malo schon selbst erlebt. Vielversprechend sind auch die Namen der Küstenabschnitte, so gibt es nicht nur die Cote de Granit Rose sondern auch die Cote d’Emeraude (Smaragdküste). Die Region ist u.a. bekannt für Jakobsmuscheln und nicht zu vergessen die Austern, die man in Cancale direkt vom Fischer kaufen und dann verzehren kann. Die Autorin legt den Lesern auch das bewaldete Inland der Cote d’Amor ans Herz, das u.a. von Schlössern und Schluchten geprägt ist.
Das Restaurant „Calypso la Labane“ in Lancieux liegt direkt am Meer und wird von zwei jungen Leuten geführt. Es gibt dort Fische und Meeresfrüchte in großer Vielfalt – einfache Speisen bei denen das Produkt im Mittelpunkt steht. Der Fisch landet taufrisch direkt von den Küstenfischern auf den Tellern des Gasthauses. Wie wäre es z.B. mit „Tempura-Jacobsmuscheln & Salicorne-Tzatziki“ oder mit „Gebratenem Pollack in Buchweizen-Salzkruste“?
In Paimpol ist im Jahr 2015 aus einem alten Pferdestall innerhalb von zehn Monaten das Restaurant La Serre entstanden. Dank eines angebauten Gewächshauses sitzt man dort auch bei größtem Sturm wie im Garten. Hier achten zwei leidenschaftliche junge Kochtalente darauf, dass regionale frische Produkte auf den Tisch kommen. Die Autorin führt für diese Region zusätzlich Restaurants in Binic, Trébeurden, Plourhan und Saint-Brieuc und in weiteren Orten auf, natürlich auch mit abwechslungsreichen Rezepten z.B. für Buchweizenbrot oder für leckere Nachspeisen.
Im Abschnitt Geheimtipps und Wissenswertes zur Cotes d’Amor wird ein Campingplatz empfohlen, genauso wie Glaskunst und kulinarische Strandspaziergänge im Zusammenhang mit dem Sammeln von Algen. Der Leser erfährt auch, was es mit der Leinenroute auf sich hat und wo es den vermeintlich besten Cidre gibt.
Ach ja, und hatte ich schon erwähnt, dass man beim Blättern im Buch immer wieder auf die stimmungsvollen doppelseitigen Fotos von Andrea di Lorenzo trifft?
Ähnlich sind die anderen drei Kapitel aufgebaut, natürlich immer mit den typischen Besonderheiten der Regionen.
Im abschließenden Serviceteil des Buches gibt es weitere hilfreiche Tipps, z.B. zur „Tour de Beurre“, zu den verschiedenen Inseln und zu mythischen Orten. Nicht fehlen dürfen die wichtigsten Märkte und auch die Kunst bleibt nicht unerwähnt.
Das Buch ist informativ und unterhaltsam zugleich, die Fotos wecken bei passionierten Bretagne-Reisenden viele Erinnerungen und Neueinsteiger bekommen Lust auf diesen wunderbaren Flecken Erde.
Für mich hat das Buch diese zauberhafte Landschaft, ihre Menschen und das köstliche Essen wunderbar gespiegelt.
Ganz gleich, ob ihr euren Urlaub noch vor euch habt oder schon in Erinnerungen schwelgt – habt eine schöne Zeit!
Herzlichst
Gisela Tanner