Liebe Gartenenthusiasten,
heute nun der 2. Teil über die behutsame Anpassung unseres Gartens an die veränderten klimatischen Bedingungen. Wir arbeiten schon mehrere Jahre daran, denn wir kamen mit dem Wässern kaum noch hinterher. Das raubte uns nicht nur viel Zeit, auch der Wasserzähler stand trotz mehrerer Auffangbecken an heißen Tagen kaum noch still. Inzwischen freuen wir uns, dank vieler neuer insektenfreundlichen Pflanzen auch wieder mehr Käfer, Falter und Wildbienen in unserem Garten zu sehen.
Ich hatte euch ja bereits hier (klick) im ersten Teil den rechten seitlichen Garten an der Straße, den Vorgarten und Teile des linken seitlichen Gartens vorgestellt. Heute geht’s nun mit diesem weiter. bis hin zu unserem Hauptgarten.
Linker seitlicher Garten
Dass wir dort die Eibe entfern haben, berichtete ich ja bereits. Die als Ersatz gepflanzten zwein Deutzien haben sich gut entwickelt. Inzwischen ist auch eine Zuckerhutfichte vertrocknet und wir haben sie – wieder mit Hilfe eines unserer Enkel – entfernt. Dafür haben wir die Strauchpfingstrose „Argonaut“, die wir aus der nahegelegenen Pfingstrosengärtnerei in Nauendorf erworben haben, gepflanzt. Sie erfreut uns hoffentlich im nächsten Jahr mit halbgefüllten Blüten in Apricot, Rosa und Creme.
Platz für einen weiteren Strauch bleibt auch noch und es soll entweder der Flieder des Südens „Lagaströmia“ oder der Stauch „Sieben Söhne des Himmels“ sein. Damit wird dieses Beet hoffentlich wieder bald mehr beschattet und die vorhandenen Hortensien und Funkien gedeihen noch besser. Im zeitigen Frühjahr wachsen dort noch Christ- und Lenzrosen und jede Menge Winterlinge. Die Lenzrosen haben in diesem Frühjahr besonders lange geblüht.
Der Weg zum Hauptgarten wurde früher von Buchskugel im Wechsel mit Lavendel gesäumt. Das sah wirklich sehr schön aus. Nun hatte aber der Zünsler vollends zugeschlagen und wir hatten keine Lust, ihn laufend zu bekämpfen. So haben wir den Buchs durch wintergrünen Gamander und Japanwaldgras ersetzt. Der Lavendel durfte bleiben. Ich schneide ihn nach der ersten Blüte zurück und er blüht zuverlässig noch ein zweites Mal.
Der Gamander hat sich prächtig entwickelt und lockt – genauso wie der Lavendel – während der Blühphase mit seinen kleinen Blüten viele Bienen an. (Leider habe ich ihn in diesem Jahr nicht fotografiert. Das muss ich unbedingt nachholen.) Das Japanwaldgras hat sich leider zum Lieblingsziel der Wühlmäuse entwickelt und die Wurzeln werden laufend angehoben. Aber wir geben die Hoffnung noch nicht auf, denn dieses Gras sieht mit seinem kaskadenförmigen Wuchs am Wegrand sehr schön aus. In diesem Jahr haben sich in diesem Beet auch viele Cosmeen selbst ausgesät, sie leuchten nun in verschiedenen Pink-Tönen und in Weiß.
Auf dem Weg zum tiefer gelegenen Hauptgarten geht es an unserem Hochbeet, dem Gewürzbeet und einer Magnolie vorbei. Ein Rosenbogen, den wir jeweils zur Geburt unserer ersten beiden Enkel mit Kletterrosen bepflanzt haben, bildet das Tor zu unserem Hauptgarten.
Hauptgarten
Unser Hauptgarten geht über die gesamte Grundstücksbreite, ist aber nicht sehr lang. Wir haben ihn längs in mehrere Gartenräume aufgeteilt. Links führ ein Weg vorbei an Kletterrosen und verschiedenen Sommer- und Herbstblumen zum Naschbereich. Das Blumenbeet wird von Frauenmantel begrenzt, den ich nach der ersten Blüte zurückschneide. In diesem Bereich wachsen Heidelbeeren genauso wie Kletterbohnen und in Hochbeeten Salat, Tomaten, Paprika und Kürbisse. Diese ranken in den Garten hinein. In diesem Bereich soll auch eine Blühwiese entstehen.
Begrenzt wir dieser Gartenteil nach rechts von einem Säulenamberbaum, einer Felsenbirne und einem Rosenstrauch. Die Koniferen und Nadelhölzer , die ihr auf dem Foto seht, stehen jeweils auf den Nachbargrundstücken.

Rechts daneben ist unser Hauptbeet mit kleinem Goldfischteich. Diesen müssen wir bis zum Frühsommer mit einem Netz schützen, da sich der Fischreiher sonst die Goldfische holt. Dieses Beet war zunächst von Rosen und Taglilien dominiert. Einige Taglilien haben sich stark ausgebreitet, so dass wir sie an anderer Stelle ausgepflanzt haben.
Nun haben wir noch Eisenkraut, Kerzenknöterich, Katzenminze, Spornblume, Indianernessel und Mehlsalbei dazwischen gepflanzt. Besonders ausdauernd blüht der Mehlsalbei. Das Eisenkraut mussten wir in diesem Jahr neu pflanzen, es hatte den Frost nicht überstanden. Ich werde einige Samen von ihm abnehmen, so dass ich die Pflanze im Frühjahr neu aussäen kann. An mehreren Stellen haben wir Vogeltränken mit kleinen Steinen für Insekten aufgestellt.
Den Fächerahorn am Fischbecken haben wir im vorigen Jahr zurückgeschnitten, weil er sich doch sehr vergrößert hat. Es gefällt mir aber, wie er das Fischbecken einrahmt. In diesem Beet haben sich auch mehrere Herbstastern selbst verbreitet. Das wirkt besonders jetzt im Herbst sehr farbenfroh.
In der Nähe des Mirabellen- und eines Apfelbaums haben wir Beete mit Pfingstrosen angelegt, die trotz ihrer Nähe zu den Bäumen an diesem sonnigen Standort immer zuverlässig geblüht haben.
Ein Rosenbogen zwischen den Bäumen führt zu einem kleinen gemütlichen Sitzplatz, für den wir noch zwei alte Biergartenstühle sanieren müssen.
So richtig zufrieden sind wir mit dem Rasen im Hauptgarten nicht, aber wir brauchen Platz, wenn wir mal mehr Gäste haben und wollen dien Garten dafür nicht zusätzlich versiegeln. Nur das Rondell unserer Sitzecke ist mit einem Steinkreis gepflastert.
In die Pfingstrosenbeete haben wir auch kleine Bienenhäuser integriert, denn es haben sich dort auch schon verschiedenen insektenfreundliche Sommerblumen selbst angesiedelt, die nach der Pfingstrosenblüte die kleinen Nützliche anlocken. Wenn ihr wissen wollt, woher ich die Bienenhäuser habe, schreibt mich gerne an.
Ein wenig haben wir ja unsere Rasenfläche schon durch die Pfingstrosenbeete reduziert, mal sehn, was wir in den nächsten Jahren noch verändern.

Von unserer Sitzecke aus blicken wir auf unser Hauptbeet mit dem Fischbecken und dem Fächerahorn am Rand. Dazwischen ist noch eine besonders robuste Annabell-Hortensie, die ich von meiner Schwester aus ihrem Garten bekommen habe. Wir müssen sie fast gar nicht gießen.
Obwohl unser Garten nicht sehr groß ist, gibt es immer wieder verwunschene Ecken, in denen sich z.B. dieses Sedum („Fette Henne“) versteckt. Ich nehme die Blüten gern zum Kranz binden. Außerdem ist die Pflanze insekten- und bienenfreundlich.
Unsere Sitzecke finde ich sehr gemütlich, denn das Beet dahinter ist etwas erhöht und bietet daher einen guten Schutz gegen Wind. Neben Rosensträuchern haben wir dort verschiedene Gräser und selbstgezogenen Lavendel gepflanzt. Auch dieses Beet benötigt wenig zusätzliches Wasser. Der Blumenhartriegel dahinter blüht in den Jahren mal mehr, mal weniger, aber wenn, dann ist es eine Pracht. Der Apfelbaum in der hinteren Ecke des Gartens ist schon sehr alt, hat aber besonders wohlschmeckende Früchte. Darunter habe ich Bärlauch gepflanzt und hoffe, dass er sich im Halbschatten gut entwickelt. Begrenzt wird unser hinterer Gartenteil mit Liguster und Mischhecken aus verschiedenen Sträuchern.
Unser Garten ist nicht geplant, sondern hat sich im Laufe der Jahre entwickelt und verändert. So ist es in jedem Frühjahr wieder spannend, wie die neuen Pflanzen angewachsen sind und was besonders gut gedeiht. Was nützen die schönsten Ideen, wenn sie sich unter den jeweiligen Bedingungen nicht umsetzen lassen. Der Garten gibt den Weg vor.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen goldenen Herbst!
Herzlichst
Gisela
Übrigens, falls euch ein paar Fotos bekannt vorkommen, einige habe ich aus meinem Archiv hochgeladen.













